Zur Werkzeugleiste springen

Ortsgeschichte ganz seriös

Von Volporgehusen bis Volpriehausen

Ein Streifzug durch die Geschichte unseres Dorfes von den Anfängen bis heute
Die vorgeschichtliche Zeit
Die ersten Spuren menschlicher Siedlung in unserem Gebiet verlieren sich im Dunkeln. In den Nachbardörfern und in Volpriehausen nahe der Schweineweide  gemachte Funde lassen darauf schließen, dass es hier aber bereits in der „Mittleren Steinzeit“ um 6000 v. Chr. Geb.  Siedlungen von kurzer Dauer gegeben hat. Sicher nachgewiesen sind Siedlungsspuren aus der Jüngeren Steinzeit  (4500 – 1700 v. Chr. Geb.) durch Funde von Steinbeilen und Äxten. Ein weiterer Fund einer gut erhaltenen etwa 3000 Jahre alten Steinaxt am Volperberg im Sommer 1991 bestätigt dies. Bei den Siedlern hat es sich offensichtlich um sogenannte Bandkeramiker gehandelt, die aus dem Süden hierher kamen. Aus der Bronzezeit und der Eisenzeit sind außer einer eisernen Pfeilspitze am Volperberg keine weiteren Funde gemacht worden. Die eigentliche Sesshaftwerdung der hiesigen Bevölkerung erfolgte erst in geschichtlicher Zeit. Die ersten Siedlungen wurden in den Tälern und  Flussauen gegründet, nicht aber an den Hängen.

Volpriehausen wird Klosterdorf des Klosters Marienstein
Um die Zeitenwende gehörte die hiesige Bevölkerung zum Stamme der Cherusker, die zwischen dem vierten und sechsten  Jahrhundert allmählich von den Sachsen verdrängt wurden. Diese wiederum wurden in der Folgezeit nach langen Kämpfen von den Franken vertrieben.
Eine Ausweitung  des Siedlungsgebiets erfolgte zwischen dem siebten und neunten Jahrhundert mit der Gründung der „hausen“- Dörfer, zu denen auch Volpriehausen gehört.
In der ersten Häfte des achten Jahrhunderts kamen Fuldaer Mönche in unser Gebiet und begannen mit der Christianisierung der Bevölkerung. Sie wurden später von Missionaren aus dem Bistum Mainz abgelöst. Im 12. Jahrhundert gelang es den Erzbischöfen von Mainz, ihren Besitz im südlichen Niedersachsen erheblich zu vergrößern. Zur Sicherung ihres Einflusses gründeten sie Klöster. Für Volpriehausen war die Gründung des Klosters Marienstein  (Steina) von besonderer Bedeutung, da Volpriehausen Klosterdorf Steinas wurde. Der genaue Zeitpunkt der Gründung  Volpriehausens bzw. wann es Klosterdorf Steinas wurde, lässt sich mangels vorhandener Dokumente nicht mehr feststellen.
Die erste gesicherte Erwähnung unseres Dorfes stammt aus dem Jahre 1242. Aus einer Urkunde des Amelungsborner Kopiars geht hervor, dass  die Grafen von Lutterberg in Übereinstimmung mit ihrem Schwager Ludolf von Plesse  die Ortsvogtei  von Volpriehausen wieder in die Hände des Erzbischofs von Mainz gegeben hatten, damit sie fortan dem Kloster Steina zur Verfügung stehe. Zur Verteidigung seiner Rechte  und seines Besitzes hatte das Kloster eine Ortsvogtei eingerichtet, die es gegen geringes Entgelt einflussreichen adligen Familien zur Verwaltung und Verteidigung übergeben hatte. Im Laufe der Zeit wurde die hiesige Ortsvogtei u.a. von den Adelsgeschlechtern  von Plesse, von Hardenberg und von Rosdorf verwaltet. Die erste bekannte Namensform unseres Dorfes ist Volporgehusen. Der Bestandteil Folcburg / Volporg (Walburga) ist auf einen altdeutschen weiblichen Rufnamen zurückzuführen, der für die Zeit zwischen dem achten und elften Jahrhundert bezeugt ist.
Bedingt durch den politischen Niedergang der Familie von Rosdorf  konnte das Kloster Steina seine Besitzrechte am Klosterdorf Volpriehausen gegenüber den Welfen nicht mehr aufrecht erhalten. Im Jahre 1366 musste es in einem Vertrag mit Herzog Ernst von Braunschweig in den Tausch seiner Ortsvogtei gegen die Pfarrkirche in Hannoversch Münden einwilligen. Das Kloster behielt sich aber bestimmte Eigentums – und Nutzungsrechte in seinem ehemaligen Klosterdorf vor. Diese Rechte musste das Kloster Steina allerdings schon kurze Zeit später wegen  wirtschaftlicher Schwierigkeiten wiederverkäuflich an die Hardegser Geistlichen verkaufen.
Im Jahre 1522 übertrugen das Kloster Steina und der Herzog von Braunschweig dem herzoglichen Kammerherrn Heinrich von Roden , seiner Frau und seinen Erben die beiden Zehnten von Volpriehausen und Delliehausen und die Holzrechte am Thieberg für immer. Das Kloster hatte inzwischen wohl seinen an die Hardegser Geistlichen verkauften Besitz und seine Rechte wieder zurückgekauft. Die Familie von Roden nahm ihre Zehntrechte in den beiden Dörfern  bis zu ihrer Ablösung im Jahre 1835 wahr. Die Ablösesumme betrug 12.000 Taler.
Aus dem Jahre 1561 stammen die ersten Dokumente über die Pfarre in Volpriehausen. Der erste noch namentlich bekannte Pastor nach der Reformation war Georg Heiligenstadt aus Berka. Er hatte sich seine Pastorenstelle von den Hardegser Geistlichen gekauft. Die Pfarre Volpriehausen gehörte zum Erzpriestersitz in Moringen. Eingepfarrt waren Delliehausen und Gierswalde und seit 1620 Schlarpe.

Die Bevölkerung des Dorfes  im  ausgehenden Mittelalter
Zur Zeit des ausgehenden Mittelalters lebten im Dorf Menschen, die sich nicht nur durch ihren Besitz, sondern auch durch ihre Rechte unterschieden. Seit 1200 gab es zwei verschiedenen Klassen, die Meier und die Kötner, von denen die Meier die älteste und auch die wohlhabendste Klasse im Dorf waren. Die Meier waren  Pächter ihres Landes auf Zeit. Die Pachtverträge konnten aber in bestimmten Abständen verlängert werden. Neben den Meiern  und den Kötnern gab es noch die fast rechtlosen Häuslinge . Hierbei handelte es sich überwiegend um Bauern, die auf dem Altenteil oder auf der Leibzucht saßen, oder um verarmte Dorfbewohner. Später kamen noch die Brinksitzer und Anbauer hinzu. Sie hatten ihr Land am Dorfrand . Aus der ersten noch erhaltenen Aufstellung der männlichen Einwohner aus dem Jahre 1585, der Calenbergischen Musterungsrolle, geht hervor, dass zwei Vollmeier, vier Halbmeier, 21 Kötner und ein Häusling im Dorfe lebten. In dieser Liste erscheint auch der Name des ersten bekannten Volpriehäuser Lehrers , des Oppermanns (Küster) Hans Schudderump.
Die Zeit des „Dreißigjährigen Kriegs“ (1618 – 1648) brachte große Not und viel Leid über die Dorfbewohner . Volpriehausen hatte besonders unter den Durchzügen und Einquartierungen der Truppen Tillys zu leiden.  Der dadurch entstandene Schaden  soll sich auf über 3000 Taler belaufen haben.
Mit der Kopfsteuerliste  von 1689 liegt uns die älteste noch erhaltene namentliche Aufstellung aller Einwohner mit Angabe der Klassen –  und Berufszugehörigkeit vor . Volpriehausen hatte zu dieser Zeit 145 Einwohner. Die Bewohner des Dorfes lebten überwiegend von der Landwirtschaft. Handwerker gab es nur wenige. Selbst die wohlhabenden Bauern hatten nur wenige Pferde und Ochsen, die sie als Zugtiere einsetzten.  Dafür gab es um so mehr Schweine , Schafe und Federvieh. Als bevorzugte Weidegebiete für die Schweine wurden  besonders die an Eicheln und Bucheckern reichen Waldränder genutzt. Ursache häufiger Streitigkeiten  waren die Flößrechte (Bewässerungsrechte) der Bauern auf ihren Wiesen. Bauern schnitten immer wieder ihre Nachbarn von der vertraglich zugesicherten Wasserzufuhr ab und legten so deren Wiesen trocken..

Not und Armut im 19. Jahrhundert
Der „Siebenjährige Krieg“ von 1756 – 1763 und die Napoleonische Zeit  (1807 – 1813)brachten große Belastungen für die Bevölkerung mit sich. Die Franzosen bürdeten den Einwohnern  des Kantons Uslar hohe Reduktionsgelder auf, um die Besatzungskosten zu finanzieren. Unter den Soldaten Napoleons  im Russlandfeldzug befanden sich auch zwangsausgehobene Männer aus Volpriehausen.
Die wirtschaftliche Lage der hiesigen Bevölkerung  verschlechterte sich im 19. Jahrhundert zunehmend. Die Ablösung der Weiderechte der Einwohner in den Wäldern durch den Forstmeister von Seebach wirkte sich dabei besonders fatal aus. Viele Dorfbewohner mussten ihren Lebensunterhalt  durch Pilze- Beeren – und Holzsammeln  verdienen. Frauen kauften Butter in den Dörfern auf  und brachten sie in großen Kiepen auf den Markt nach Göttingen. Ihre Männer mussten  außerhalb, teilweise im Ausland , als Erntehelfer arbeiten. Einige Gierswälder und Volpriehäuser Männer halfen sogar beim Bau des Hafens in Bremerhaven. Ältere  Einwohner mussten oft aus der Armenkasse unterstützt werden. Die große Armut zwang immer wieder Hofbesitzer, ihre Höfe zu vereinzeln oder zu verkaufen, da sie ihre zum Teil hochverschuldeten Höfe nicht mehr halten konnten. Im Jahre 1844 gründete der Lehrer
Geyer in Dinkelhausen die erste „ Rettungsanstalt für sittlich verwahrloste Kinder“ im Königreich Hannover. Ein Jahr später erwarb er den ehemaligen Kerl’schen Kötnerhof in Volpriehausen und verlegte die Anstalt dorthin. Wegen wirtschaftlicher und finanzieller Schwierigkeiten musste die Anstalt gegen Ende des Jahres 1849  geschlossen werden.
Im Jahre 1886 gründeten Einwohner Volpriehausens und der Nachbardörfer die erste Spar – und Darlehnskasse in Südhannover. Sie wollten sich damit hauptsächlich  vor den oft überhöhten Zinsen privater Geldgeber schützen.

Der Bau der Eisenbahn – Beginn der  Industrialisierung
Der Bau der Eisenbahnlinie Northeim – Ottbergen in den Jahren 1874 – 1878 leitete die langsam beginnende Industrialisierung des Sollings ein. Im Jahre 1880 wurde nahe dem Bollerttunnel die Haltestelle Schlarpe gegründet. Fünf Jahre später wurde sie aufgehoben und
an die Stelle des heutigen  Bahnhofs Volpriehausen  verlegt. Dadurch konnten die Basaltsteine der Firma Sander und Söhne von der Bramburg in Volpriehausen verladen werden. Sie wurden auf einer Feldbahn von der Bramburg über den Rothenberg direkt zum Bahnhof gebracht. 1884 wurde vom Braunkohlentagebau der „Consolidierten Sollinger Braunkohlenwerke“ in Delliehausen eine Seilbahn zu der kurz vorher errichteten  Farben – und Brikettfabrik  am Bahnhof  in Volpriehausen gebaut. Die Fabrik bestand bis zum Jahre 1910.
Im Jahre 1896 wurden  nahe der Bollertsmühle  Tiefbohrungen nach Kali – und Steinsalz niedergebracht. Nachdem man fündig geworden war, begann man mit dem Abteufen des Schachtes „Justus I“, das im Jahre 1920  in „Wittekind“ umbenannt wurde. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs  wurde im gegenüberliegenden Ertinghäuser Wald der Schacht „Hildasglück“ abgeteuft und beide Schächte unter Tage miteinander verbunden. Die Zeit des  Kalibergbaus brachte Volpriehausen zu einer wirtschaftlichen und kulturellen Blüte ohnegleichen. Zeitweise waren mehr als 800 Bergleute aus der gesamten Sollingregion über – und unter Tage tätig. Die Verschlechterung der Weltwirtschaftslage und die fortschreitende Mechanisierung vieler Arbeitsprozesse zu Beginn der zwanziger Jahre wirkten sich auch auf den Kalibergbau aus. Der Absatz stagnierte, viele Arbeitsplätze gingen verloren.

 

Die NS – Zeit – Bau der Heeresmunitionsanstalt
Die Bevölkerung Volpriehausens wählte traditionell  sozialdemokratisch, was vor allem auf den großen Anteil an Bergarbeitern zurückzuführen war. Unzufriedenheit über die  Arbeitslosigkeit und Hoffnung auf die Versprechungen der Nationalsozialisten brachten der NSDAP einen starken Zulauf bei den letzten freien Wahlen des Jahres 1932, allerdings nie die absolute Mehrheit im Dorf. Die ersten Maßnahmen der Nationalsozialisten  nach ihrer Machtübernahme im Jahr 1933 galten dann auch  der Beseitigung der Arbeitslosigkeit. Im Kaliwerk musste eine größere Anzahl Arbeitsloser eingestellt werden. Eine weitere Maßnahme, bei der überwiegend Arbeitslose eingesetzt wurden, war der Bau der Badeanstalt im Sommer 1933.
Die Übernahme der beiden Kaliwerke durch die Wehrmacht 1938  und die Einrichtung einer Heeresmunitionsanstalt beendeten schließlich den Salzbergbau in Volpriehausen. Im sogenannten. Fertigungsgebiet (F- Gebiet) im Wald gegenüber der Bollertsmühle wurden Munitionsarbeitshäuser errichtet, in denen  aus angelieferten Teilen Wurfgranaten gefertigt wurden. Im ehemaligen Kalibergwerk wurden fast  300 Kammern in das Salz gesprengt, in denen bis zu 30.000 t Munition gelagert werden konnten. Nach 1941 wurde auch die Fertigung nach unter Tage verlegt. Neben arbeits- und kriegshilfsdienstverpflichteten Frauen mussten  Deportierte, Kriegsgefangene und Jugendliche aus dem Jugendkonzentrationslager Moringen in der Heeresmunitionsanstalt Zwangsarbeit leisten. Vom Frühjahr 1944 an wurden in der Heeresmunitionsanstalt Archivalien, Kunstschätze und in größerem Umfang Buchbestände und Sammlungen der Universität Göttingen eingelagert. Infolge des Austritts größerer Mengen Grubengas, die sich entzündeten, kam es am 29./ 30. September 1945 zur Explosion  der noch unter Tage eingelagerten Munitionsbestände. Bei diesen Explosionen wurden die Untertageanlagen beider Kaliwerke zerstört und ein Großteil der eingelagerten Kunstschätze vernichtet. Sieben Menschen kamen dabei ums Leben.

Die Entwicklung des Dorfes  nach dem 2. Weltkrieg
Die Entwicklung Volpriehausens in der Nachkriegszeit wurde vor allem durch den Zustrom vieler Flüchtlinge und Heimatvertriebener aus den deutschen Ostgebieten  geprägt. Die Bevölkerung des Ortes verdoppelte sich innerhalb weniger Jahre von ca 900 auf über 1900 Einwohner. Zahlreiche kleinere und größere Betriebe wurden von den Flüchtlingen gegründet, um den Menschen Brot und Arbeit zu geben. Ein Großteil der Einwohner fand in den drei großen Industriebetrieben   Klausner Nährmittel – und Speisefettfabrik K. Athenhöfer KG, Spänex – Sander und  Kristallglashütte Buder und in mehreren kleinen Handwerksbetrieben Arbeit. Spänex – Sander war 1946 von dem Ingenieur Günter Sander ursprünglich als Handwerks – und Industriebedarf gegründet worden und stellte lufttechnische Anlagen her. Die Klausner KG wurde 1947 von Konrad Athenhöfer, den es während des Krieges von Köln nach Volriehausen verschlagen hatte, in den Hallen der ehemaligen Heeresmunitionsanstalt im F – Gebiet aufgebaut. Ernst Buder , ein Flüchtling aus der Niederlausitz, gründete schließlich im Jahre 1950 die Kristallglashütte Buder auf dem Gelände des früheren Kaliwerks. Da die  neu gegründeten Handwerks – und Industriebetriebe auf die Dauer nicht genügend Arbeitsplätze anbieten konnten, verließ nach und nach ein Teil der Flüchtlinge wieder den Ort, der größte Teil  ließ sich hier jedoch endgültig nieder. Anfang der fünfziger Jahre wurden nach und nach  neue Baugebiete an der Volper , an der Schachtstraße und an der Talstraße erschlossen. Zahlreiche neue Einfamilienhäuser entstanden. 1952 wurde dem Ort ein Gemeindewappen verliehen, das die Symbole des Bergbaus, Schlägel und Eisen, und Ähren , die die Landwirtschaft symbolisieren, zeigt. Da die Schule aus allen Nähten platzte, war 1954 ein Anbau notwendig geworden. 1960   wurde der Grundstein für die katholische  St. Josephs – Kirche gelegt, da sich unter den Neubürgern viele  Katholiken befanden . Organisatorisch gehörte die katholische Gemeinde als Filialgemeinde zur St. Maria – Gemeinde  in Hardegsen. 1968 wurde an der Meinte, am Rande des Sportplatzes, der Hans – A. – Kampmann – Kindergarten  des Deutschen Roten Kreuzes eröffnet. Der bisherige Kindergarten in der Wahlbergstraße war zu klein geworden.
Im Jahre 1974 erhielt Volpriehausen die staatliche Anerkennung als Erholungsort, was sich auf die Entwicklung des Fremdenverkehrs sehr positiv auswirkte.  Im Zuge der Niedersächsischen Gemeindereform im gleichen Jahr  verlor Volpriehausen  trotz heftigen Widerstands  der Bevölkerung und des damaligen Gemeindedirektors und Bürgermeisters Heinrich Borchers seine kommunale Unabhängigkeit und wurde ein Ortsteil der Stadt Uslar.

 

Die achtziger und neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts
Die  beiden letzten Jahrzehnte des ausgehenden 20. Jahrhunderts  waren durch zahlreiche Baumaßnahmen gekennzeichnet, die die Lebensqualität und die Attraktivität des Dorfes für seine  Einwohner  und Besucher verbesserten, aber auch durch einen dramatischen Rückgang der Arbeitsplätze im Dorf . Im Jahre 1981 wurde neben der Grundschule die Mehrzweckhalle errichtet. Im selben Jahr fand der erste Weihnachtsmarkt in der Grünanlage am Bergmann statt. Drei Jahre später weihte die evangelische Kirchengemeinde ihr neues Gemeindezentrum mit einem Pfarr –  und Gemeindehaus in der Raiffeisenstraße ein.
1985 wurde in der früheren Gemeindeverwaltung in der Wahlbergstraße das erste Kalibergbaumuseum in der Bundesrepublik Deutschland  eröffnet. Das Museum dokumentiert  den historischen Salzbergbau  im südlichen Niedersachsen und besitzt  eine der umfangreichsten Salzmineraliensammlungen in Deutschland. Das Museum zählte bis heute mehr als 30.000 Besucher aus aller Welt.
Infolge der  Konkurse der beiden Firmen Spänex – Sander und  der Kristallglashütte Buder  im Jahre 1986  gingen fast alle Arbeitsplätze im Dorf verloren.  Die Firma Spänex fand einen Kaufinteressenten, der in einer neuen Produktionsstätte in Uslar die Produktion mit einem kleinen Teil der Belegschaft wieder aufnahm. Für die Kristallglashütte gab jedoch keine Rettung.  Die Arbeitslosigkeit im Dorf stieg  infolge der beiden Konkurse überdurchschnittlich an und stellte alle Betroffenen, die Einwohner wie die Politiker, vor nicht zu lösende Probleme, die sich bis heute auf die Entwicklung des Dorfes auswirken. Viele jüngere Einwohner verließen das Dorf in der Hoffnung, anderswo neue Arbeitsplätze zu finden. Neue Industriebetriebe haben sich seitdem nicht angesiedelt.
Im Jahre 1990 wurden die Ortsdurchfahrt der B 241 zurückgebaut  und die Einmündungen der Schlarper und Delliehäuser Straße verändert, weil der Ort eine Umgehungsstraße erhalten sollte. Im Rahmen dieser Baumaßnahme wurde die Seilscheibe zur Erinnerung an den Bergbaubetrieb im Dorf aufgestellt.. Seitdem sind die Diskussionen um den geplanten Verlauf der Neubautrasse nicht verstummt, da sie parallel zur Bahntrasse unterhalb der Siedlung am Rothenberg verlaufen soll..  Sehr zum Vorteil des Dorfes wirkte sich die Aufnahme Volpriehausens in das Dorferneuerungsprogramm 1991 aus. Im Rahmen dieser Maßnahme konnten  mehrere Gebäude im  früher landwirtschaftlich geprägten Bereich um die Fachwerkkirche saniert werden und unter tatkräftiger Mithilfe aller Vereine 1995 das Backhaus in der Schäferei aus Resten des bei einem Feuer zerstörten Hilke’schen Hauses errichtet werden. Zu seinem 750. Geburtstag im Jahre 1992 veranstalteten alle Vereine des Dorfes ein  großes Jubiläumsfest mit einem historischen Festumzug. Um die höher gelegenen Ortsteile am Rothenberg besser mit Wasser versorgen zu können, wurde im selben Jahr am Rothenberg ein Hochbehälter in Betrieb genommen. In den folgenden Jahren waren ein weiterer Rückgang der Landwirtschaft  und die Schließung mehrerer  Einzelhandelsgeschäfte und des Postamtes zu verzeichnen.  Heute gibt es keinen einzigen landwirtschaftlichen Betrieb mehr. Die meisten landwirtschaftlichen Anbauflächen sind an Landwirte aus den Nachbardörfern verpachtet. Die geplante Schließung der Post konnte wenigstens durch die Umwandlung in  eine Postagentur in einem Geschäft verhindert  werden. Da  der  DRK – Kindergarten an der Meinte zu klein geworden war und auch sonst nicht mehr den Anforderungen entsprach, wurde im Jahre 1998 ein neuer für zwei Gruppen neben der Mehrzweckhalle gebaut. Ende des Jahres 2003 wurde durch einen Anbau Platz für eine dritte Gruppe geschaffen. In der Hoffnung, dass durch das Angebot eines neuen attraktiven Baugebiets die weitere Abnahme der Bevölkerung gebremst werden könne, wurde Anfang 2007 mit der Erschließung eines Neubaugebiets am Papenfeld begonnen. Trotz all dieser Maßnahmen, die die Infrastruktur des Dorfes verbesserten,  nahm die Einwohnerzahl weiter ab  Im Jahre 2007 lebten in Volpriehausen nur noch 1250 Einwohner.
Der Fremdenverkehr hat durch die landschaftlich schöne Lage des Dorfes, durch das Kali – Bergbaumuseum und eine Erweiterung des gastronomischen Angebotes in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen.